Vorbereitung auf ein Hotel-Shooting: 9 Dinge, bevor das Team kommt
Bei Hotel- und Resort-Shootings entscheidet nicht die Ausrüstung über die Qualität, sondern die Vorbereitung, bevor das Team eintrifft. Eine echte 9-Punkte-Checkliste, von der Zimmerblockierung über die Personalkleidung bis zum Lieferformat.
Was die Qualität eines Hotel-Shootings bestimmt, ist nicht das Kameramodell. Es ist das, was dort getan wurde, bevor wir kamen.
Ich habe im selben Hotel, mit demselben Team, mit derselben Ausrüstung zweimal fotografiert. Das eine Mal war es in zwei Tagen fertig, und der Kunde nutzte diese Aufnahmen drei Jahre lang für seinen Katalog. Das andere Mal zog es sich über vier Tage, und die Hälfte wurde neu gedreht. Der Unterschied war nicht die Ausrüstung. Der Unterschied war die Vorbereitung.
Die folgende Liste ist eine vereinfachte Fassung jener Vorbereitungsliste, die ich meinen Kunden im Angebotsstadium schicke. Wenn Sie das erledigen, fotografieren wir am Drehtag nur noch.
1. Zimmer im Voraus auswählen und blockieren
Das häufigste Problem: Das zu fotografierende Zimmer ist verkauft. "Am Nachmittag wird es frei" ist kein Plan. Legen Sie vorab fest, welche Zimmertypen fotografiert werden (Standard, Familie, Suite, Villa), und nehmen Sie von jedem Typ eines für den Drehtag aus dem Verkauf. Halten Sie außerdem ein Ersatzzimmer bereit. Rohrbruch, ein spät auscheckender Gast, eine defekte Klimaanlage — ich habe alles erlebt.
2. Mit dem Housekeeping eine Uhrzeit vereinbaren
Ein sauberes Zimmer genügt nicht. Das Zimmer muss aufnahmebereit sein. Das ist ein anderer Standard: die Bettkante straff, Kissen symmetrisch, Handtücher gefaltet, aber mit sichtbarem Hotellogo, Vorhangbahnen gleichmäßig, Fernbedienungen und Broschüren außerhalb des Bildes.
Das Housekeeping muss das Zimmer mindestens eine Stunde vor der Aufnahme fertig haben. Wir stylen das Zimmer um, aber wir räumen es nicht von Grund auf auf. Das ist nicht unsere Aufgabe und kostet Zeit.
3. Bepflanzung und Pool einen Tag vorher vorbereiten
Das Poolwasser muss klar sein, der Reinigungsroboter darf nicht im Bild sein, Laub muss aufgesammelt sein. Trockene Äste, vergilbter Rasen, ein abgezogenes Liegenpolster — all das lässt sich in der Post korrigieren, aber Korrigieren heißt Geld und Zeit.
Richten Sie Liegen und Sonnenschirme aus. Das menschliche Auge bemerkt eine schiefe Linie nicht. Die Kamera schon.
4. Die Personalkleidung klären
Wenn Personal im Bild ist, müssen die Uniformen sauber, gebügelt und aus derselben Saison sein. Tragen drei Kellner drei verschiedene Hemden, ist dieses Bild unbrauchbar. Namensschilder, Mobiltelefone und persönlicher Schmuck müssen besprochen werden.
Und fragen Sie das vorab: Von welchen Mitarbeitenden liegt eine schriftliche Einwilligung zur Bildnutzung vor? Auch ein Mitarbeiter ist eine Person, seine Zustimmung muss eingeholt werden.
5. Schilder, Speisekarten und Drucksachen aktualisieren
Wenn die Speisekarte alte Preise trägt, das Schild ein altes Logo zeigt, die Spa-Preisliste veraltet ist, sind diese Bilder in einem Jahr Müll. Ein Shooting muss den aktuellsten Zustand der Marke festhalten.
6. Blumen, Textilien und kleine Requisiten bereitstellen
Was ein Zimmer bewohnt wirken lässt, ist das Detail. Frische Blumen, eine gefaltete Zeitung, ein aufgeschlagenes Buch, zwei Gläser, ein Teller Obst. Das Platzieren ist Aufgabe des Stylisten, die Beschaffung ist Aufgabe des Hotels. Am Morgen des Drehtags zu fragen "haben wir Blumen?" ist bereits zu spät.
Fragen Sie uns nach der Farbwahl. Eine Blume, die nicht zur Markenpalette des Hotels passt, ruiniert das Bild.
7. Strom, Steckdosen und Lichtgenehmigung besprechen
Wir werden Licht bauen. Das heißt: Wir brauchen Steckdosen, manchmal einen Generator, manchmal müssen wir die Deckenstrahler ausschalten. Wenn uns am Drehtag eine Person aus dem technischen Team begleitet, beschleunigt das die Arbeit erheblich.
Klären Sie außerdem: In welchen Bereichen dürfen wir bei anwesenden Gästen fotografieren, in welchen nicht? Lobby und Restaurant sind meist heikel — legen Sie feste Zeiten fest.
8. Model, Personal oder Gast — vorab entscheiden
Wenn Sie Lifestyle-Bilder wollen, ist ein Mensch im Bild. Es gibt drei Möglichkeiten: professionelles Model, Hotelpersonal, echter Gast.
Ein professionelles Model liefert das kontrollierteste Ergebnis und erfordert zusätzliches Budget. Personal ist günstig, aber nicht kameragewohnt, natürliches Wirken braucht Zeit. Ein echter Gast ist am riskantesten: Es ist eine schriftliche Einwilligung nötig, und man fotografiert die Stimmung, die an dem Tag eben da ist.
Treffen Sie diese Entscheidung im Angebotsstadium, nicht am Set. Wenn wir mit einer Modelagentur arbeiten, müssen wir mindestens zehn Tage vorher sprechen.
9. Lieferformat und Nutzungsumfang von Anfang an nennen
Dieser Punkt wird am häufigsten übersprungen und kommt am teuersten zu stehen.
Wo werden die Bilder eingesetzt? Website, Social Media, Buchungsplattformen, gedruckter Katalog, Plakat, Messestand? Jedes hat ein anderes Seitenverhältnis. Ein Bild für ein Plakat fotografiere ich quer, eines für Instagram Reels hochkant. Weiß ich das am Set nicht, fotografiere ich jedes Bild zweimal, und der Zeitplan dehnt sich.
Ebenso sollten die Nutzungsrechte vorab besprochen werden: welche Kanäle, für welchen Zeitraum, in welchen Ländern. Das Thema verdient einen eigenen Artikel, aber vorerst genügt dies: Ein Recht, das nach der Lieferung verhandelt wird, ist ein teures Recht.
In einem Hotel, das diese neun Dinge erledigt, passt das Shooting in zwei Tage. In einem Hotel, das sie nicht erledigt, dauert dieselbe Arbeit vier Tage — und die vier Tage bezahlt ohnehin das Hotel.
Das Gewöhnliche wartet auf den Drehtag. Das Rebellische kommt vorbereitet.